
Wie lange dauert meine Genesung?
Diese Frage wird uns täglich gestellt!
Bevor wir uns den folgenden STATISTIKEN widmen, ist es wichtig zu verstehen, wie diese Zahlen überhaupt zustande kommen – und warum man als Betroffener oder Angehöriger darüber oft nur den Kopf schütteln kann. Doch lesen Sie selbst:
Die offiziellen Statistiken zur Heilungsdauer, Wirksamkeit und Patient*innenzahl basieren überwiegend auf GKV/PKV-bezahlten Leistungen und stationären Fällen. Privatbezahlte, nicht-ärztliche, alternative oder anonyme Behandlungen werden in aller Regel nicht systematisch erfasst – wodurch ein Teil der tatsächlichen Versorgung „unsichtbar“ bleibt. Wer also keinen Platz über die Krankenkasse bekommen hat, in die eigene Tasche greifen musste, wurde nicht berücksichtigt!
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Frage: Und wie viele Menschen stehen genau vor diesem Problem?
Antwort: Zu viele!
Frage: Was ändert das eigentlich?
Antwort: Kurz gesagt: die Zahlen und Fakten über die Heilungszeit.
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Die Erfahrung aus der Praxis zeigt ganz klar:
Wer als Patientin oder Klientin wirklich Heilung will, aktiv mitmacht, an den Übungen dranbleibt und sich begleiten lässt, kann überraschend schnell Veränderungen und Verbesserungen erleben.
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Was ist dabei entscheidend?
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Zuerst muss die eigene Situation ehrlich anerkannt werden.
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Dann ist es wichtig, die Erkrankung – ihre Ursachen und Auswirkungen – zu verstehen.
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Mit Hintergrundwissen darüber, was im Körper und im Kopf passiert, und mit der Bereitschaft, wirklich etwas im eigenen Leben zu verändern, beginnt der Weg der Heilung.
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Dazu gehört ein offenes Eingeständnis:
Irgendwann wird man müde davon, immer die gleichen, belastenden Erfahrungen zu wiederholen. -
Ab diesem Punkt startet oft ein steiniger Weg voller Aufs und Abs – aber auch voller Chancen.
Erfahrung aus unserer eigenen Praxis:
Mit intensiver Begleitung und echter Motivation sind innerhalb von 6–8 Wochen oft bereits signifikante Verbesserungen der Stimmung (zum Beispiel depressive Verstimmungen) und erhebliche Fortschritte im Umgang mit sich selbst möglich. Das öffnet die Türen zur EMDR-Therapie und Kognitive Verhaltenstherapie - sowie dessen erfolgreichen Start! Gerade EMDR ist - je nach Stabilität des Betroffenen - effektiver und verspricht rasche Erfolge.
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Das bedeutet:
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Intensives Coaching oder therapeutische Begleitung
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Ein aufrichtiger Wunsch nach Heilung und Lernbereitschaft
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Das Bewusstsein, dass es zwischendurch auch sehr ungemütlich werden kann
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Aktives Mitmachen – einschließlich Übungen und Aufgaben, die schwerfallen oder ungewohnt sind
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Und ganz wesentlich: Nicht aufgeben!
Jeder Fortschritt zählt. Ausdauer, Ehrlichkeit und Offenheit sind die wichtigsten Werkzeuge auf dem Weg heraus aus alten Mustern und hin zu mehr Lebensqualität.
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OFFIZIELLE STATISTIKEN
1. Wie lange dauert eine Selbstfindungsphase?
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Fachliteratur (Stefanie Stahl, Jack Kornfield, Kabat-Zinn):
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Eine eindeutige zeitliche Vorgabe gibt es nicht. Viele Quellen sprechen von Monaten bis Jahren, abhängig von Ausgangslage, persönlicher Belastung und bisherigen Lebensumständen.
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Durchschnittlich berichten viele Menschen von 1–3 Jahren, in denen sich deutliche Veränderungen zu mehr Selbstakzeptanz und innerer Klarheit einstellen.
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Es gibt Lebensphasen, in denen Selbstfindung schneller oder wiederholt entstehen kann (Krisen, Krankheiten, Lebensumbrüche).
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Minimum: Einige Wochen intensiver Beschäftigung/Coaching können schon erste Erkenntnisse bringen.
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Maximum: Für einige ist es ein lebenslanger Prozess, in Phasen immer wieder neu.
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2. Wie lange braucht man für Klarheit (im Selbst, in Beziehungen…)?
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Coaching & Psychotherapie (vgl. Stahl, Young):
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Tiefe, nachhaltige Klarheit über sich selbst und Lebensziele entsteht nicht über Nacht; die Literatur spricht oft von mehreren Monaten bis 2 Jahren.
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Viele berichten, dass erst nach etwa 6–12 Monaten regelmäßiger Reflexion, Auseinandersetzung oder Therapie nachhaltige Klarheit spürbar wird.
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3. Wie lange dauert der Heilungsprozess nach Trauma/Depression?
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Traumatherapie/Heilung (vgl. van der Kolk, Michaela Huber, Judith Herman):
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Es gibt keine feste Zeit; viele Menschen berichten, dass deutliche Besserung und Heilungsprozesse mind. 1–2 Jahre, bei schweren oder frühen Traumata auch 3–5 Jahre dauern können.
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Erste Verbesserungen: Manchmal nach wenigen Monaten.
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Oft ist Traumaarbeit „lebensbegleitend“, weil neue Lebensphasen alte Themen wieder anstoßen können.
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4. Wie lange sollte eine Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) dauern, um effektiv zu sein?
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Quellen: Nationale Versorgungsleitlinie Depression, Beck, Huber:
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Standard bei leichter bis mittelschwerer Depression: 12–20 Sitzungen (je 50 Min., meist 1× pro Woche).
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Bei komplexer Problematik oder Traumafolgestörungen: Häufig 25–60 Sitzungen über 6–18 Monate.
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Minimum: 8–12 Sitzungen bei guter Stabilität.
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Maximum/Erfahrung: Über 1–2 Jahre, vor allem bei KPTBS, häufig auch Therapiepausen/Refresher.
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5. Wie lange und in welchem Abstand EMDR-Therapie?
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Quellen: Francine Shapiro, DeGPT, EMDRIA:
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Standardprotokoll: 8–12 Sitzungen pro Trauma (bei komplexeren Traumata entsprechend mehr).
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Abstände: Üblich sind Sitzungen 1× pro Woche bis alle 2 Wochen.
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Minimum: Erste Erleichterung oft nach wenigen Sitzungen.
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Maximum: Bei komplexer PTBS/KPTBS kann eine EMDR-Therapie 1–2 Jahre mit mehr als 20–40 Sitzungen andauern.
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6. Dauer und Erfolgschancen bei Traumapatienten mit starker Depression und Numbing
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Fachliteratur & Erfahrung (vgl. van der Kolk, EMDRIA, Huber):
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Kombinierte Therapie (Traumatherapie, EMDR, ggf. KVT + Medikamente) ist am erfolgreichsten.
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Dauer: Realistisch sind 1–3 Jahre, bis deutliche, stabile Verbesserungen auftreten; Akutbesserungen schon nach wenigen Monaten möglich.
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Regelmäßige Therapie (wöchentlich oder alle zwei Wochen), über Jahre mit Unterbrechungen.
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Positive Erfahrungen: 60–80 % der behandelten Patient*innen berichten über Besserung – weniger Flashbacks, weniger Depression, mehr Lebensfreude und Funktionsfähigkeit.
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Numbing kann sehr widerstandsfähig sein, verbessert sich aber häufig als Teil des Gesamtprozesses, besonders durch EMDR und konsequente traumasensible Begleitung.
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Die Dauer der Heilung bei psychischen Erkrankungen wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst und durch klinische Studien, Erfahrungswerte und Statistikdaten erfasst.
Wichtige Einflussfaktoren:
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Art, Schweregrad und Dauer der Erkrankung: Z. B. wie lange Depression/PTBS/KPTBS schon besteht, wie schwer die Symptome sind.
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Persönliche Vorgeschichte: Traumata, Kindheitserfahrungen, frühere psychische oder körperliche Erkrankungen.
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Therapieform und Intensität: Einzel- vs. Gruppentherapie, ambulant oder stationär, Häufigkeit der Sitzungen, Kombinationen (z. B. KVT, EMDR, Medikamente).
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Unterstützendes Umfeld: Soziale Kontakte, Familie, Arbeitssituation.
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Eigenmotivation und Mitwirkung: Wie engagiert und bereit ist die betroffene Person für Veränderungen.
Wie wird Dauer erfasst?
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Klinische Studien dokumentieren Veränderung nach definierten Zeiträumen (z. B. nach 12, 20, 40 Sitzungen oder nach 3, 6, 12 Monaten).
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Standardisierte Fragebögen (z. B. Beck-Depressions-Inventar, PTSD-Checklisten) messen Symptome im Verlauf.
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Große Langzeitstudien vergleichen Ergebnisse verschiedener Patienten über viele Jahre.
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Statistische Auswertungen fließen in nationale Versorgungsleitlinien (z. B. für Depression) sowie Empfehlungen der Fachgesellschaften ein.
Wer gibt die Daten heraus?
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Wissenschaftliche Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (DGPPN), die Deutsche Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT), die Weltgesundheitsorganisation (WHO)
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Nationale Versorgungsleitlinien und Register (z. B. www.leitlinien.de)
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Fachzeitschriften und Datenbanken (z. B. Cochrane Collaboration, PubMed)
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Bedeutet:
Die übliche Heilungsdauer basiert auf statistischen Durchschnittswerten und wird regelmäßig durch Fachgesellschaften, Leitlinien und Forschung aktualisiert. Sie bleibt aber immer individuell – und hängt maßgeblich von den oben genannten Faktoren ab.
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​Welche Patientengruppen werden in Statistiken zur Heilungsdauer und Therapiewirksamkeit erfasst?
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Meist inbegriffen:
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Patient*innen, die im Rahmen der gesetzlichen (GKV) und privaten (PKV) Krankenversicherung behandelt werden, besonders wenn sie reguläre Leistungen der Psychotherapie, Psychiatrie oder Klinikangebote nutzen.
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Patient*innen mit stationären (Klinik-)Aufenthalten werden in vielen Studien und Registerdaten explizit berücksichtigt, weil hier Therapie und Diagnostik standardisiert dokumentiert werden.
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Ambulante Kassenpsychotherapie:
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Umfang und Erfolge werden über Abrechnungsdaten (Kassenärztliche Vereinigungen), Therapieregister und begleitende Studien erfasst.
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Was oft nicht erfasst wird:
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Selbstzahler (Privatzahlende), Therapie bei Heilpraktiker*innen für Psychotherapie, Coaching, alternative oder anonyme Angebote werden in den offiziellen Statistiken meist nicht systematisch erfasst – da sie außerhalb der gesetzlichen und privaten Versicherungswege liegen.
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Viele alternative und privat bezahlte Therapien (auch Selbsthilfegruppen, Online-Coaching, soziale Träger ohne Kassenzulassung) fallen aus der Datenerhebung heraus.
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Besonderheit Forschung:
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Klinische Studien und universitäre Forschungsprojekte schließen häufig explizite Ein- und Ausschlusskriterien ein. Sie können z. B. nur Patienten aus Kliniken, Ambulanzen oder Forschungseinrichtungen abbilden und Generalisierungen auf alle Betroffenen sind dann mit Vorsicht zu genießen.
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​Resultat: Die offiziellen Statistiken zur Heilungsdauer, Wirksamkeit und Patient*innenzahl basieren überwiegend auf GKV/PKV-bezahlten Leistungen und stationären Fällen. Privatbezahlte, nicht-ärztliche, alternative oder anonyme Behandlungen werden in aller Regel nicht systematisch erfasst – wodurch ein Teil der tatsächlichen Versorgung „unsichtbar“ bleibt.
Quellen hierzu:
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Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): www.kbv.de
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Nationale Versorgungsleitlinien: www.leitlinien.de
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DGPPN, DeGPT, WHO
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Wissenschaftliche Fachliteratur - Jahresberichte der Versicherungen
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​​Fazit:
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Selbstfindung & Heilung brauchen Zeit – meist einige Monate bis Jahre, bei schweren Traumata teils lebenslang in wiederkehrenden Phasen.
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KVT: Mind. 3 Monate, ideal oft 6–12 Monate, bei komplexen Traumata - je nach Situation - länger.
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EMDR: Erleichterung teils rasch, aber häufig 1–2 Jahre für tiefe Verarbeitung (KPTBS).
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Beste Erfolge bei Kombination aus Psychotherapie, ggf. Medikamenten, Selbsthilfe, Psychoedukation und stabilen sozialen Kontakten.
Heilung ist möglich, Geduld und dranzubleiben zahlt sich fast immer aus!
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Wichtige Quellen:
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Nationale Versorgungsleitlinie Unipolare Depression: https://www.leitlinien.de/themen/depression
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Bessel van der Kolk: "Verkörperter Schrecken"
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Michaela Huber: "Wege der Traumaheilung"
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Francine Shapiro: "EMDR – Ein neuer Ansatz in der Psychotherapie"
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Stefanie Stahl: "Das Kind in dir muss Heimat finden"
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DeGPT, Themen Trauma & EMDR: https://www.degpt.de
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EMDRIA Deutschland: https://emdria.de​
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Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): www.kbv.de
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Nationale Versorgungsleitlinien: www.leitlinien.de
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DGPPN, DeGPT, WHO
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Wissenschaftliche Fachliteratur - Jahresberichte der Versicherungen