

DEPRESSIONEN
Was ist eine Depression?
Depression ist eine ernste psychische Erkrankung, die sich durch anhaltende Niedergeschlagenheit, Interessenverlust und vielfältige körperliche sowie psychische Symptome auszeichnet. Sie geht über normale Traurigkeit hinaus und kann das Leben stark beeinträchtigen.
Symptome der Depression
Schweregrade der Depression und
typische Symptome
Antidepressiva
Wirksame Therapiearten bei Depressionen
Wichtiges zum Schluss
Hauptsymptome:
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Depressive, traurige Stimmung (fast den ganzen Tag, fast jeden Tag)
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Verlust von Freude und Interesse an Aktivitäten
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Verminderter Antrieb, schnelle Erschöpfbarkeit
Weitere (Nebensymptome):
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Schlafstörungen (Einschlaf-/Durchschlafstörungen oder frühes Erwachen)
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Verminderter Appetit/Gewichtsverlust oder auch Zunahme
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Konzentrations- und Entscheidungsstörungen
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Gefühle von Wertlosigkeit, Schuld oder Hoffnungslosigkeit
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Verlangsamte oder unruhige Bewegungen/Gedanken
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Vermindertes Selbstwertgefühl, Selbstzweifel
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Suizidgedanken oder -handlungen
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Leichte Depression:
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Mindestens 2 Haupt- und 2 Nebensymptome
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Noch Alltagsfunktion
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Symptome zeitweise "abschwächbar"
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Erhöhte Reizbarkeit, Rückzug, vermehrtes Grübeln
Mittelschwere Depression:
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2 Haupt- und mindestens 3-4 Nebensymptome
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Deutliche Beeinträchtigung von Alltag/Beruf/Sozialleben
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Große Erschöpfung, Konzentrationsprobleme
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Selbstzweifel, Schuldgefühle
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Teilweise mangelnde Pflege, Interesseverlust
Schwere Depression:
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3 Hauptsymptome, mind. 4 Nebensymptome, oft alle erfüllt
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Massive Antriebslosigkeit, völlige Freudlosigkeit
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Schlaf- und/oder Essstörungen
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Sozialer Rückzug, Isolation
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Tiefe Hoffnungslosigkeit, Sinnlosigkeitsgefühle
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Häufige oder intensive Suizidgedanken
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Mögliche Wahnideen oder starke Schuld- und Versagenswahn
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Was sind Antidepressiva?
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Medikamente, die gezielt bestimmte Botenstoffe im Gehirn (z.B. Serotonin, Noradrenalin) beeinflussen
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Ziel: Stimmungsaufhellung, Antrieb, Angstlösung, Schlafverbesserung
Wann werden sie eingesetzt?
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Bei mittelgradigen bis schweren Depressionen
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Wenn Psychotherapie allein nicht ausreicht bzw. nicht möglich ist
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Bei starker Antriebsarmut, Suizidgedanken, ausgeprägten körperlichen Symptomen
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Bei bestimmten anderen psychischen Erkrankungen (z.B. Angststörungen, Zwang)
Warum?
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Sie können heraushelfen, wenn gar nichts mehr geht oder der Leidensdruck zu hoch ist
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Ermöglichen oft überhaupt erst wieder die Aufnahme einer Psychotherapie
Warum setzen manche Therapeuten lieber keine Medikamente ein?
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Antidepressiva wirken nicht bei allen Patienten und sprechen nicht immer sofort an
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Sie beeinflussen zwar die Stimmung, können aber die Ursachen der Depression (z.B. Alltag, Beziehungen, Lebenssinn) nicht heilen
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Nebenwirkungen (Schlaf, Sexualität, Gewicht u.a.)
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Angst vor Abhängigkeit (obwohl Antidepressiva nicht süchtig machen im klassischen Sinne)
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Psychotherapie gilt als nachhaltiger, vor allem bei leichten und mittleren Verläufen
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1. Psychotherapie(wissenschaftlich anerkannt und empfohlen):
a) Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)
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Veränderung negativer Denkmuster und Verhaltensweisen
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Aufbau positiver Aktivitäten und sozialer Kontakte
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Fokus auf Problemlösen und Strukturaufbau
b) Interpersonelle Therapie (IPT)
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Fokus auf Beziehungen und soziale Rollen
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Bearbeiten von Krisen, Konflikten, Trauerprozessen
c) Psychodynamische Therapie / Tiefenpsychologisch fundierte Therapie
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Beschäftigung mit Auslösern und inneren Konflikten
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Arbeit mit der Lebensgeschichte
Weitere wirkungsvolle Ansätze:
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Verhaltenstraining & Psychoedukation
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Bewegung, Sport und Ergotherapie (als Ergänzung)
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Lichttherapie (v.a. bei saisonalen Depressionen)
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Unterstützende Gruppenprogramme
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Die beste Therapieform ist individuell verschiedene - oft ist eine Kombination aus Medikamenten, PSychotherapie und Alltagshilfen sinnvoll.
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Bei schweren Depressionen, Suizidalität oder massiven Einschränkungen ist meist eine Kombinationstherapie (Medikament + Psychotherapie) nötig.
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Ein strukturierter Tagesablauf, regelmäßiges Essen, Bewegung und soziale Kontakte unterstützen jede Form der Behandlung.
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Quellen und weitere Infos:
S3-Leitlinie / Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression (AWMF)
Deutsche Depressionshilfe (www.deutsche-depressionshilfe.de)
WHO Depression Fact Sheet
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Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Beratung. Bei Verdacht auf Depression oder bei akuten Krisen bitte unbedingt professionelle Hilfe suchen!
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Verfsser: A.G. Coaching am südlichen Oberrhein