Wege aus depressiven Verstimmungen und Depressionen
Kennen Sie das auch? Gedanken wie:
„Das ist mir alles zu viel.“
„Das schaffe ich nicht.“
„Das zieht mich runter.“
„Irgendwie stehe ich neben mir.“
„Dazu habe ich keine Lust.“
„Aufstehen kann ich gerade nicht, ich lasse es sein.“
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Fast jeder erlebt Phasen mit gedrückter Stimmung. Werden diese nicht erkannt und angegangen, können sie sich zu einer ernsthaften Depression entwickeln. Häufig laufen die Warnzeichen im Alltag unbemerkt mit: Wir machen einfach weiter, arbeiten sogar noch mehr, ziehen uns zurück, vernachlässigen Hobbys und soziale Kontakte. Treffen mit Freunden werden seltener, Unternehmungen bleiben aus – und das Zuhause wird zur Höhle.
Warum ist es so schwer, diesen Teufelskreis zu verlassen?
Unser Körper und unser Gehirn brauchen regelmäßige, ausgewogene Energie und Erholung. Kommen Schlaf, Bewegung, gesunde Ernährung oder soziale Kontakte zu kurz – oder sind wir dauerhaftem Stress ausgesetzt –, sendet unser Körper Warnsignale. Werden diese ignoriert, kann unser ganzes System in einen „Überlebensmodus“ schalten: Wir fühlen uns leer, wie abgeschnitten, antriebslos und emotionslos (Quellen: DGPPN, RKI).
Diese Zustände sind Symptome einer Depression – nicht ihre Ursache.
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Wer kann betroffen sein?
Jede und jeder. Menschen aller Altersgruppen, unabhängig von ihrem Lebensstil oder ihren Vorerfahrungen, können an einer Depression erkranken.
Risikofaktoren sind unter anderem:
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Genetische Veranlagung
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Körperliche Erkrankungen
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Psychosoziale Belastungen
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Nebenwirkungen von Medikamenten (z.B. für Bluthochdruck, Epilepsie)
Es ist wichtig, bei Verdacht immer ärztlichen oder therapeutischen Rat einzuholen.
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Typische Risikogruppen – mit Beispielen
1. Menschen mit stabilen Beziehungen und Wohlbefinden
Schutzfaktoren wie enge Beziehungen, erfüllende Arbeit und Ausgleich können das Risiko senken, sind aber kein vollständiger Schutz.
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2. Workaholics
Dauerstress plus fehlende Freizeit kann in ein Burnout führen, welches in eine Depression übergehen kann. Burnout und Depression sind allerdings nicht dasselbe, sie können ineinander übergehen.
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3. Menschen mit körperlichen Erkrankungen oder Medikamenten
Viele chronische Krankheiten gehen mit einer erhöhten Depressionsanfälligkeit einher, ebenso wie einige Medikamente. Immer Rücksprache mit den behandelnden Ärzten halten.
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4. Einzelgänger/Sozial isolierte Menschen
Rückzug, fehlende Kontakte und negative Gedanken wie „Niemand versteht mich“ sind sowohl Anzeichen als auch Risikofaktoren für eine Depression.
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5. Menschen mit Traumafolgestörungen (PTBS/kPTBS)
Frühe emotionale Verletzungen oder Traumata führen oft zu einem erhöhten Depressionsrisiko, Schwierigkeiten in Beziehungen, sozialem Rückzug und wiederkehrender Hoffnungslosigkeit.
Der Ausweg scheint hoffnungslos - ist es aber nicht!
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Fallbeispiele aus der Praxis
1. Frühe Vernachlässigung und Beziehungsfähigkeit
Ein junger Mann, der in der Kindheit wenig Zuwendung erlebte, meidet als Erwachsener enge Beziehungen. Bindung löst bei ihm Angst und Rückzug aus, obwohl er sich eigentlich nach Nähe sehnt.
Wissenschaftlicher Hintergrund: Frühe emotionale Verletzungen erhöhen das Risiko für Depression und Beziehungsprobleme.
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2. Grundbedürfnis nach Nähe trotz Bindungsangst
Eine Frau, die als Kind Verunsicherung erlebte, gerät als Erwachsene immer wieder in einen Kreislauf: Sie wünscht sich Nähe, hat aber Angst vor Verletzung. Wird es in einer Partnerschaft ernst, ziehen alte Gefühle und Muster sie zurück ins Alleinsein.
Bindungstheorie bestätigt: Das Bedürfnis nach Liebe bleibt trotz negativer Erfahrungen bestehen.
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3. Wiederholte Beziehungsabbrüche durch innere Flucht
Bei komplexen Traumafolgestörungen kommt es häufig zu kurzen, intensiven Beziehungen, die wegen innerer Alarmgefühle früh enden.
Studien zeigen: Die Angst vor echter Nähe und der Wunsch nach Schutz verhindern stabile Beziehungen und können depressive Entwicklungen fördern. Besteht bereits eine feste Beziehung, kann wegen der inneren Alarmgefühle, vom Betroffenem die Bindung sabotiert werden. Hier wäre neben einer Traumatherapie auch eine Paartherapie sinnvoll.
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Die Fallbeispiele zu Problemen bei Arbeitslosigkeit, werden dem Artikel später noch hinzugefügt.
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4. Chancen auf Entwicklung und Heilung
Auch langjährige Muster können sich ändern (EMDR und KVT). Mit Unterstützung lernen viele, die eigenen Verletzungen anzunehmen, alte Schuld loszulassen und Freude am Leben neu zu entdecken.
Forschung zeigt: Therapie und Selbstmitgefühl fördern nachhaltige Veränderung.
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5. Risiko sozialer Isolation und Hoffnungslosigkeit
Wer sich über Jahre immer weiter zurückzieht und keinen Halt mehr hat, kann in tiefe Hoffnungslosigkeit rutschen. Depressionen werden dadurch massiv verstärkt.
Fehlende soziale Bindungen, Arbeitslosigkeit und dauerhafte Einsamkeit zählen zu den größten Risikofaktoren für schwere Verlaufsformen.
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Moderne Medien und Depression
Unser digitaler Lebensstil kann depressive Entwicklungen begünstigen. Ständiges Scrollen, endlose Nachrichten und soziale Vergleiche verstärken Rückzug und Passivität.
Die Forschung empfiehlt: Drastische Begrenzung der Medienzeit, mehr Bewegung, echte Begegnungen und geistiger Input fördern die Erholung.
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Fazit: Struktur, Wissen und Unterstützung helfen beim Ausstieg.
Ein strukturierter Tagesablauf und gezielte Veränderungen gelten heute als wichtige Bausteine für den Ausweg aus depressiven Phasen.
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Was hilft (drei der wichtigsten Punkte aufgelistet)?
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Die eigene Lage ehrlich wahrnehmen und akzeptieren
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Sich Wissen über die Krankheit aneignen
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Den Medienkonsum (vor allem Smartphone, Social Media) kritisch beschränken
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die restlichen Beispiel sind Teil unseres Coachings und werden hier nicht aufgelistet. Wir bitten um Verständnis.
Nicht jeder schafft das allein. Oft gelingt es nachhaltiger mit einem strukturierten Coaching.
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Wir begleiten Sie auf dem Weg aus der Depression. Unser individuelles Coaching hilft, den Alltag zu strukturieren, alte Muster zu erkennen und zu durchbrechen – für mehr Lebensfreude und Zuversicht.
Sie interessieren sich für ein unverbindliches Erstgespräch? Schreiben Sie uns gern per E-Mail. Gemeinsam sind neue Schritte möglich.
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Quellen:
• Deutsche Depressionshilfe
• DGPPN (S3-Leitlinie Depression)
• Robert Koch Institut (RKI)
• Bowlby: Bindungstheorie
• Schore: Affektregulation
• Goldstein/Kandel: Neurowissenschaften