Was du zuerst verstehen musst
1. Selbstfindung
Ist sich selbst zu lieben, anzuerkennen, wertschätzen und innerer Frieden!
2. Klarheit
Ist der Prozess, zu verstehen, was Selbstfindung für uns bedeutet!
3. Heilung
Klarheit finden,
Selbstfindung leben
und anfangen an sich zu arbeiten um endlich Freiheit zu erlangen.
4. Freiheit
ist die Belohnung für dein Wachstum.
Frei von deinen alten
Belastungen und Denkmustern.
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Selbstfindung - verstanden & geschafft
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Klarheit - verstanden & gefunden
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Heilung - behandelt & erlangt
Dein individueller Weg zu innerem Frieden
Selbstfindung und Klarheit bedeuten für jeden Menschen etwas anderes. Es gibt keinen vorgefertigten Weg und kein Rezept, das für alle funktioniert. Für manche ist der Prozess leise und langsam, für andere ist er eine Phase voller Umbruch und emotionaler Turbulenzen. Wichtig ist: Es geht nicht darum, sich von anderen abzuwenden oder einen übersteigerten Ich-Bezug zu entwickeln. Vielmehr bedeutet gesunde Selbstfindung, sich selbst zu lieben, anzuerkennen und zu wertschätzen – mit all seinen Stärken und Schwächen.
Ein gesunder Egoismus bedeutet, Zeit für sich selbst zu nehmen, kleine Oasen im Alltag zu schaffen. Nur so können wir ehrlich spüren, was uns gut tut und was nicht. Klarheit beschreibt den Prozess, zu verstehen, was Selbstfindung für uns bedeutet und was nötig ist, um inneren Frieden zu finden. Diese Klarheit beinhaltet, zu erkennen, wie wir als Menschen „funktionieren“, was uns krank gemacht hat und immer noch beeinflusst. Mentale Klarheit wächst besonders durch Wissen, Reflexion und Weiterbildung – über uns selbst, unsere Muster und den Ursprung unserer Gefühle.
Viele Menschen wissen gar nicht, dass ihre Gefühle und ihr Verhalten oft von tief verwurzelten Denkmustern geprägt und durch Symptome von Depressionen oder PTBS/KPTBS beeinflusst sind. Angst, innere Leere, erdrückende Last, unkontrollierte Wut, Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit sind keine Schwächen oder Charakterschwächen, sondern Reaktionen auf Überforderungen, unbearbeitete Verluste oder unverstandene, alte Verletzungen. Wer diese Zusammenhänge erkennt, begreift: Selbstfindung beginnt mit Selbstliebe – Klarheit entsteht, wenn wir unsere Bedürfnisse uneingeschränkt anerkennen, auch wenn das bedeutet, alte Muster oder Glaubenssätze wirklich infrage zu stellen.
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Warum Routinen in dieser Phase so wichtig sind
Gerade in der Selbstfindungsphase darfst du eines nicht unterschätzen: Dein Körper hat grundlegende Bedürfnisse, die nicht verhandelbar sind. Wir funktionieren nicht dauerhaft, indem wir uns einreden, „es geht schon irgendwie“. Das Gegenteil ist der Fall! Wer seine Grundbedürfnisse ignoriert, spielt mit seiner Gesundheit – mental und körperlich.
Was heißt das konkret?
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Regelmäßige Mahlzeiten: Dein Körper braucht Energie. Wer Mahlzeiten auslässt, rutscht in den Überlebensmodus, verliert den Appetit und kämpft ständig mit innerem Stress.
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Schlaf: Mindestens sieben Stunden sind kein Luxus, sondern Notwendigkeit. Schlafmangel führt zu Dauermüdigkeit, Reizbarkeit und Stimmungstiefs.
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Körperpflege und Bewegung: Vernachlässigst du Bewegung und Hygiene, wird der Körper steif, Muskeln verspannen, Erschöpfung und Stress nehmen zu. Mangelnde Hygiene kann ein Warnsignal für ernste mentale Krisen sein.
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Soziale Kontakte: Sie sind unser Anker! Die Beziehung zu Freunden, Familie und Partnern gibt Halt. Soziale Isolation verstärkt Selbstzweifel, negative Grübeleien und emotionale Verletzlichkeit, was langfristig schwere psychische Probleme begünstigen kann.
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Was geschieht, wenn du diese Basics missachtest?
Wenn wir nicht gesund und regelmäßig essen, stellt sich unser Körper auf Notbetrieb um – das raubt uns Energie, Antrieb und Wohlbefinden. Vernachlässigen wir Körper und Hygiene, nehmen Anspannung und Stress zu. Zu viel Arbeit ohne Pause führt dazu, dass wir nur noch „funktionieren“ und kein Raum für Freude, Soziales oder Entspannung bleibt. Und ohne Hobbys oder Kontakte vereinsamen wir, Zweifeln an uns, bohren in alten Wunden und entwickeln im schlimmsten Fall eine Depression.
Fazit: Klarheit finden, Selbstfindung leben
Der Schlüssel ist, zu erkennen, was dein Körper und deine Seele brauchen. Die bittere Wahrheit: Viele merken das erst, wenn es schon zu spät ist – wenn depressive Symptome und schwere Verstimmungen längst Alltag geworden sind. Aber es ist nie zu spät, zu verstehen:
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Was passiert mit mir?
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Wie und warum bin ich so geworden?
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Was kann ich ändern?
Es hilft enorm, Wissen über die eigene Krankheit zu sammeln. Zu verstehen, wie das Gehirn auf Trauma und Stress reagiert, warum alte Glaubenssätze uns festhalten – und wie man Schritt für Schritt neue Denkgewohnheiten formt.
Was musst du dafür in Kauf nehmen?
Du wirst alle Farben der Gefühle durchleben – von Hoffnungslosigkeit, Wut, Frust und Scham bis hin zu kurzen Momenten von Freude oder Erleichterung. Dein Kopf wird oft gegen dich arbeiten und dich mit alten Überzeugungen „bombardieren“ – aber das ist Teil des Prozesses.
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Also, erinnere dich – egal, wie schwer es dir fällt:
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Du bist krank – und es gibt einen Namen dafür.
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Deine Krankheit ist behandelbar.
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Wissen und Information sind deine Werkzeuge zur Veränderung.
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Es ist ein Weg – und du darfst ihn in deinem eigenen Tempo gehen.
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Etwas für dich zu tun, ist kein Egoismus, sondern Heilung. Nur noch für dich selbst zu leben und alle anderen auszuschließen, ist jedoch eine Flucht, die später zu neuer Einsamkeit führt.
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Ehrliche Kommunikation mit anderen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern Mut
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Kleine Gesten (eine Umarmung, ein kurzes Gespräch, eine alltägliche Aufmerksamkeit) können helfen, trotz innerem Rückzug Verbindung zu bewahren und sind Teil deines Reaktivierungsprozesses.
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Distanz und Rückzug bedeuten nicht, alle Brücken abzubrechen — sie meinen vor allem, im Inneren zur Ruhe zu kommen, neue Kraft zu schöpfen und trotzdem mit Menschen verbunden zu bleiben.
Lerne:
Etwas für dich selbst zu tun, ist kein Egoismus. Aber nur noch für sich selbst zu sorgen und dabei Verantwortung und soziales Umfeld auszublenden, ist ein Rückzug, der neue Verletzungen schafft.
Lerne:
Flucht, Distanz und Abstand bedeuten nicht, zu verschwinden und allein zu sein und zu vereinsamen, sondern sich nach innen zu wenden, zur Ruhe zu kommen, für das eigene Wohl zu sorgen – und trotzdem in Kontakt mit Angehörigen sowie der Verantwortung zu bleiben.
Lerne:
Offene und ehrliche Kommunikation ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Mut. Es bedeutet, deine Gefühle und Bedürfnisse mitzuteilen – auch wenn es dir schwerfällt oder Angst macht. Wenn du dich mitteilst, schaffst du Verständnis bei deinen Angehörigen und hilfst ihnen, deine Situation und dein Verhalten besser zu begreifen. So kann Beziehung aufrechterhalten, Konflikten vorgebeugt und wieder echte Nähe entstehen. Du darfst sagen, was du brauchst, Grenzen setzen und um Unterstützung bitten. Deine Stimme verdient es, gehört zu werden.
Lerne:
Auch wenn du dir nach Rückzug sehnst – und selbst wenn du gerade kaum etwas fühlen kannst oder dem Numbing (Gefühlstaubheit) verfällst – versuch ein wenig körperlichen Kontakt zu bewahren. Eine kurze Umarmung, eine Berührung oder das Halten einer Hand können wie kleine Brücken wirken, die deine Verbindung zu wichtigen Menschen nicht abbrechen lassen. Auch wenn es dich Überwindung kostet oder dir im Moment noch wenig bedeutet: Diese kleinen Gesten sind wichtig für deine Heilung und helfen deinem inneren System, sich wieder zu reaktivieren und langsam wieder Zugang zu Gefühlen zu bekommen.
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Halt dich an das, was wirklich wirkt: Strukturen und Routinen, Pausen, regelmäßiges Essen, Kontakt zu Menschen, ein bisschen Bewegung und die Bereitschaft, immer weiter zu lernen.
Wenn du dran bleibst – egal, wie langsam – wirst du erleben, dass Selbstfindung und Klarheit irgendwann wie ein inneres Licht wirken, das nicht mehr erlischt. Deine Belohnung heißt innerer Frieden und Freiheit.
Durchhalten. Nicht aufgeben. Es lohnt sich!
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Quelle:
Michaela Huber: "Wege der Traumaheilung – Neurobiologische Grundlagen der Trauma-
Bewältigung." Schattauer Verlag, 2017.
Mindful.org (Plattform für Achtsamkeit, Meditation und Selbstfindung): https://www.mindful.org
Verschiedene Vorträge von Prof. Dr. Boris Cyrulnik (Resilienzforschung)
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Rubrik Psychische Gesundheit: https://www.bzga.de
Verfasser: A.G. - Coaching am südlichen Oberrhein